„Augen auf bei der Berufswahl!“ – Ulrike Deike, seit 2020 im NDR und seitdem scheinbar für gutes Arbeitsklima zuständig.
Die dritte Tarifrunde war kein Dialog – sie war ein Ablenkungsmanöver. Statt über unzureichende Gehaltssteigerungen und die Belastungsgrenzen der Belegschaft zu sprechen, baute der NDR einen Nebenkriegs-Schauplatz auf. Plötzlich wurden Nebenforderungen zu „zentralen Punkten“ – als ob wir nicht wüssten, dass diese unsere Arbeitsbedingungen ausschließlich verschlechtern würden.
- „Lifestyle-Freizeit“ – oder wie sollen wir das verstehen?
Wer braucht schon Planbarkeit, wenn der NDR lieber Überstunden und freie Tage oder gar früh im Jahr
Minusstunden und -tage anhäuft und uns suggeriert, dass wir uns gefälligst selbst um die „Schieflage
der Strukturen“ kümmern sollen? Zum Glück interessieren Überstunden nicht, wenn die Minusstunden
ausgeglichen werden und bei einer angestrebten Jahresarbeitszeit nach Lust und Laune jongliert wird –
Hauptsache, am Ende stimmt die Statistik und Gesundheit und Privatleben bleiben auf der Strecke! - Der direkte Weg zur Jahresarbeitszeit!
Ein Ausgleichszeitraum von 12 Monaten bedeutet: Überstunden aus dem Frühjahr werden erst im
Dezember abgebaut – wenn überhaupt. Für uns heißt das: mehr Belastung und noch weniger
Lebensqualität, besonders für Teilzeitkräfte und Kolleg*innen im unregelmäßigen Dienst. - „Augen auf bei der Berufswahl.“
Ein Zynismus, der Mitarbeiter*innen, die jahrelang ihre Kraft in den NDR gesteckt haben, persönliche
Schuld für strukturelle Probleme gibt. Ulrike Deike, erst seit 2020 im NDR, wirft uns also vor, wir hätten
uns vielleicht schon falsch entschieden, bevor sie überhaupt da war – Wertschätzung sieht anders aus.
Das lächerliche Angebot: Peanuts statt Gehaltserhöhung!
Wir erwarten ein Angebot, dass dem des TV-L ebenbürtig ist!
Nach dem Auslaufen des Tarifvertrags am 31.1.2026 präsentierte der NDR in der letzten Runde ein
lächerliches und provokantes Angebot mit vielen Leermonaten:
- 1.7.2026: 1,23 % Entgelterhöhung
- 1.6.2027: 1 % (sofern Beitragserhöhung: 1,43 %)
- 1.4.2028: 1 % (sofern Beitragserhöhung: 1,43 %)
Das ist kein Angebot – das ist ein Hohn gegenüber uns Angestellten! Bei einer Inflation von knapp 3%
(oder mehr) ist das ein realer Lohnverlust von über 10 % in drei Jahren. Wie soll das funktionieren?
Der NDR hat in dieser Runde kein Angebot vorgelegt – er hat Provokationen geliefert.
Der NDR behauptet, die Änderung der Ziffer TZ 324 MTV diene dem „Schutz der Belasteten“. Doch das ist
heuchlerischer Quatsch:
- „Es geht um den Schutz derer, die belastet werden, weil jemand im Block Urlaub nimmt.“
Das ist vermutlich der seltenste Fall – und jetzt dient er einzig und allein dazu, uns einzuschüchtern.
Der NDR nutzt ihn als Vorwand, um seine eigene Flexibilität auf unsere Kosten durchzusetzen. - „Flexibilität“ wäre kein Ausgleich, sondern wird so zur Drohung!
Wer in Teilzeit arbeitet, könnte im Extremfall ein halbes Jahr Vollzeit schuften und das andere frei
haben – während der NDR sich die Hände reibt. - 24/7 im Einsatz – für unsere Führungskräfte nur ein Witz?
Festangestellte im NDR sind weisungsgebunden, das heißt: Wir sind abhängig von der Laune des
Arbeitgebers, wann und wie wir für den Dienst benötigt werden und wann nicht. 6 Monate
Ausgleichszeitraum sind bereits enorm belastend, sinnvoller für Gesundheit und Sozialleben wären
3 Monate oder noch weniger. 12 Monate sind für die VRFF absolut indiskutabel!
12 Monate Ausgleichszeitraum sind für die VRFF absolut indiskutabel!
Unser Fazit:
Eine Gehaltserhöhung unter Inflation, kombiniert mit Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen, ist kein
Verhandlungsangebot. Es ist eine Zumutung!
Wir fordern:
- Angemessene Gehaltssteigerungen – seriös vergleichbar zum Abschluss im Öffentlichen Dienst (TV-L).
- Planbarkeit statt Beliebigkeit – Ausgleichszeiträume, die uns nicht kaputtmachen!
- Wertschätzung statt Zynismus – keine demotivierenden Sprüche wie „Augen auf bei der Berufswahl“!
An die Leitung des Hauses: Setzten Sie sich mit den echten Problemen auseinander oder akzeptieren Sie den Widerstand!
P.S.: Und so wie es bislang lief: Da kommen demnächst mit Sicherheit noch mehr Puzzleteile, die das
„Große Ganze“ in einem prächtigen Arbeitgeber-Traum erscheinen lassen.
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