Tarif-Update: Mangel statt Mantel!

Am 17.03.2026 fand die zweite Runde der Tarifverhandlungen zwischen dem NDR und den vier Gewerkschaften DJV, Unisono, Verdi und VRFF statt. Nachdem der NDR nun sein Angebot vorgelegt hat, müssen wir heute klar sagen: Dieses Angebot ist völlig unzureichend!

Ungenügend und nicht wertschätzend:

• 35 Monate Laufzeit – viel zu lang!

Schon die 27 Monate im TV-L sind eine extrem lange Bindung. 35 Monate würden uns fast drei Jahre an ein schwaches Paket fesseln – ohne Flexibilität, wenn sich die Lage weiter verändert.

• Fünf Leermonate – wer bezahlt das?

Es bleibt völlig offen, wie mit den so entstehenden „Löchern“ ohne Erhöhung umgegangen werden soll. Wir fragen den NDR noch einmal: Wie stellen Sie sich das konkret vor?

• 1,23 % (2026) und zweimal 1 % (1,43 %, wenn denn der Beitrag erhöht wird, je im Jahr 2027 und 2028) – das entspricht nicht mal einem Inflationsausgleich!

Durch den Irankrieg ist eine Preisexplosion zu erwarten und was das bedeutet, kennen wir bereits aus den Zeiten der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges.


Solange das Angebot nicht einmal die jetzigen Preissteigerungen ausgleicht, ist es schwer von „ernsthaften“ Verhandlungen zu sprechen.


Ein Angriff auf Eure Sicherheit und Eure Freizeit:

Befristete Eingruppierung in VG 1 und VG 2 (TZ 512.2 MTV)

– bis zu drei Verlängerungsmöglichkeiten– Höchstdauer weiterhin sechs Jahre

Klarstellung dienstfreier Tage (TZ 313.3 MTV)

– Dienstfreie Tage entstehen nur, wenn an Samstagen, Sonn- und Feiertagen gearbeitet wird.

• Verlängerung des Ausgleichszeitraums (TZ 324 MTV)

– Ausgleichszeitraum für Freizeitausgleich: 12 Monate für alle Beschäftigten.

• Ergänzung der Regelungen zu Versetzung und Abordnung (TZ 330 ff. MTV)

• Protokollnotiz: Verhandlungen zur Arbeitszeit

Nach einer ersten Durchsicht formulieren wir es vorerst freundlich: mehr Unsicherheit, längere Ausgleichszeiträume, mehr Flexibilität beim Arbeitgeber – weniger Planbarkeit für Euch.

Wir erwarten vom NDR konkrete Rechenbeispiele für verschiedene Vergütungsgruppen und eine transparente Darstellung, wie hoch das Einsparpotenzial aus diesen Vorschlägen sein soll.


Klarstellung: Wir sind bereit, über Verbesserungen zu reden – über Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen verhandeln wir nicht.


Bisher haben wir aus Friedensbereitschaft bewusst auf Streikmaßnahmen verzichtet. Nach der dritten Verhandlungsrunde gilt aber: Wenn es kein deutlich besseres Angebot gibt und wir weiterhin den Eindruck haben, dass unsere Anliegen nicht ernst genommen werden, müssen wir Streikmaßnahmen in Betracht ziehen. Das ist keine Drohung, sondern eine klare Ansage: Wir wollen Lösungen am Verhandlungstisch – aber wir schließen andere Mittel nicht aus, wenn nichts in Bewegung kommt.

Unser Fazit:

• Das aktuelle Angebot liegt sogar noch klar unter dem Abschluss im Öffentlichen Dienst (TV-L).

• Eine Laufzeit von 35 Monaten mit einer kumulativen Erhöhung von mageren 3,26 % und gleichzeitigen Verschlechterungen im Manteltarif:


So lässt sich das nicht verkaufen – und schon gar nicht tragen.


Wir erwarten:

• ein Angebot, das anständig, realitätsnah und vernünftig ist!

Klare Verbesserungen und keine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen!

• sichtbare Wertschätzung der Beschäftigten im NDR – nicht nur in Reden, sondern im Tarifvertrag!

Was könnt Ihr tun?

• Sprecht mit Kolleginnen und Kollegen – informiert euch, tauscht euch aus.

• Werdet Mitglied in der VRFF und beteiligt euch aktiv, wenn Ihr schon dabei seid.

• Macht deutlich, dass Ihr zu Protest- und Streikaktionen bereit seid, wenn sich nichts bewegt.


Nur gemeinsam sind wir stark – für faire Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und Respekt vor unserer Arbeit.


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